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Dokumentarfilme zum Bild des Soldaten

6. - 8. September 2002

Die Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW veranstaltet vom 6. - 8. Sept. 2002 im Kölner Filmhaus eine Film- und Vortragsreihe zum Thema „Kriegsbilder”.

Mit atemberaubender Geschwindigkeit wurden in den letzten Jahren Bilder des Krieges Teil des medialen Alltags. Dabei zeigt die Berichterstattung Bilder von den Opfern wie von Kriegseinsätzen nebeneinander.
Dominiert werden die "Kriegsbilder" zunehmend von Kriegstechnologien wie im Golfkrieg zu sehen war oder auch von Flugzeugeinsätzen, beispielsweise in Afghanistan. Wie Soldaten sich im Einsatz befinden, wo diese Einsätze stattfinden und wie sie sich auswirken, darüber werden wir aufgrund der Berichtskontrolle durch die Militärs wenig informiert.

Die Dokumentarfilminitiative stellt die Frage nach dem Bild, das wir von Einsätzen der Soldaten noch bekommen. Ausgangspunkt unserer Suche sind Vor- und Nachkriegsbilder, die jenseits der tagesaktuellen Berichterstattung dokumentarische Qualität ins Zentrum stellen: subjektive Erfahrung und die Rekonstruktion von Geschichte, übergreifende Analysen zur Kultur und Technik des Krieges. Gerade hier werden Ablösungserscheinungen deutlich: an die Stelle von Disziplinierungen und Umformungen des Menschen tritt die subjektlose Technik, an die Stelle des kämpfenden Soldaten der Ingenieur in Uniform.

Das internationale Filmprogramm spürt den Rändern des Krieges nach. Es zeigt die traditionelle Ausbildung der Soldaten ("Basic Training") ebenso wie die moderne Ausbildung von Soldatinnen an "Feuerleitständen" ("Missile") in den Filmen Frederick Wisemans; es verfolgt die Geschichte des amerikanischen Langstreckenbombers "B-52" in Hartmut Bitomskys gleichnamigen Film. Harun Farocki fragt in "Auge/Maschine" nach den Wechselwirkungen zwischen militärischen und zivilen Technologien der Bilderzeugung.
Die Wunden, die der Krieg in der Psyche der Soldaten hinterlässt, beschreiben gleich mehrere Filme: Coco Schrijber dokumentiert die Tötungserfahrungen amerikanischer Vietnamveteranen in ihrem Film "First Kill", Heddy Honigman zeichnet in "Crazy" die Bedeutung der Musik für niederländische UN-Soldaten während ihrer Einsätze auf. In "Protokoll einer Recherche I / Soldaten" von Johann Feindt und Tamara Trampe erzählen junge russische Soldaten von ihren Einsätzen in Tschetschenien. "Soldatenglück und Gottes Segen" von Ulrike Franke und Michael Loeken zeigt dagegen den feinen Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit der KFOR-Einsätze im Kosovo. Schließlich berichtet Daniélle Arbids Film "Alone with war" von ihrer Rückkehr nach Beirut, in eine unter der Oberfläche immer noch zerstörte Stadt.

Die Filmeinführungen und Filmgespräche mit den anwesenden RegisseurInnen werden durch einen Vortrag des Filmjournalisten Mathias Heybrock ergänzt.


Eine Veranstaltung der Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW, gefördert vom Land NRW.


Veranstaltungsort und -zeit:
Kölner Filmhaus
Maybachstr. 111
D-50670 Köln
Fr., 6. Sept. 20- 24 Uhr
Sa., 7. Sept. 11 - 23 Uhr
So., 8. Sept.18 - 22 Uhr

Kontakt und Informationen:
Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW
Petra L. Schmitz
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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