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Pressemitteilung 7. September 2011

Was bedeutet heute Politik im Dokumentarfilm?

Tagung »Dokumentarfilm und Politik. Politiken des Dokumentarfilms«

13. bis 15 . Oktober 2011 im Kölner Filmhaus

Das Verhältnis von Politik und Dokumentarfilm wird auf der nächsten Tagung der Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW vom 13. bis 15. Oktober einer aktuellen Analyse unterzogen. Im Zentrum steht dabei die Frage, was eigentlich das Politische an einem Dokumentarfilm wäre: das Thema, die Form, der Kontext, die intendierte oder die tatsächlich eintretende Wirkung?

Ausgangspunkt der Veranstaltung, die mit inhaltlicher Unterstützung der Diskurswerkstatt Bochum-Dortmund entwickelt wird, sind zwei Beobachtungen: Zum einen gibt es einen Boom jener Dokumentarfilme, die sich als politisch verstehen und genau mit diesem Etikett ihr Publikum finden. Zum anderen bieten aktuelle postfundamentalistische Theorien neue Definitionen des Politischen an, die in gesellschaftlichem Dissens und Widerstand verankert sind und das Politische als kontextgebunden verstehen. Sie setzen sich damit von den bisher als politisch verstandenen Funktionsinstitutionen und Sphären des gesellschaftlichen Handelns ab. Was findet sich von diesen Sichtweisen auf das Politische im Dokumentarfilm wieder? Wie können diese Ansätze der Schärfung des Dokumentarischen dienen und wie kann wiederum der Dokumentarfilm womöglich die Konzepte des Politischen schärfen?

Das Tagungsthema wird in fünf Abschnitten ausgebreitet. Einführend zeichnet die diskurswerkstatt eine Kartographie des politischen Dokumentarfilms, zu der neben Kino, Fernsehen und Internet auch die Künste und politisch aktive Gruppen gehören. Die beiden letzteren werden in Vorträgen von Jan Verwoert (Kurator und Essayist aus Berlin) und Julia Zutavern (Filmwissenschaftlerin an der Universität Zürich) dargestellt. Der Wiener Journalist Robert Misik beschäftigt sich mit dem Label ‚Propaganda’. Er untersucht, wann es mit welchem Zweck eingesetzt wird und – gerade bei filmischen Werken – der Zähmung dient. Sowohl die Bild- als auch die Tonebene werden in ihren filmsprachlichen Elementen auf das Politische hin überprüft – wo findet es im dokumentarischen Bild und Ton seinen Ausdruck? Hierzu sprechen die Theoretiker Vrääth Öhner aus Wien, Klaus Theweleit aus Freiburg und der Filmemacher Volko Kamensky aus Hamburg. Die Filmwissenschaftlerin Judith Keilbach (Universität Utrecht) wiederum erläutert den Einsatz der Stimmen als Richter, Zeugen und Angeklagte. Abschließend wird mit Vorträgen der Kunsthistorikerin Ursula Frohne (Universität Köln) und der Künstlerin Brigitta Kuster (Berlin) wieder Rekurs auf den Film in Kunstkontexten genommen und der Begriff des Politischen im Dokumentarfilm resümiert.

Vom Übervater des erfolgreichen und ironisch zuspitzenden politischen Dokumentarfilms, Michael Moore, ist sein letzter Film „Kapitalismus – eine Liebesgeschichte“ (USA 2009) zu sehen sowie der in Deutschland äußerst kontrovers aufgenommene Film von Errol Morris „Standard Operating Procedure“ (2009), in dem er die Vorgänge um die Folterungen in Abu Ghuraib mit Hilfe von Beteiligtenaussagen rekonstruiert. Aktuelle deutschsprachige Filme sind „Stuttgart 21 – Denk mal!“ (D 2011) von Lisa Sperling und Florian Kläger sowie „Eure Kinder werden so wie wir“ (D 2008) von Andrée Korpys und Markus Löffler, der die Ränder der Konfrontation von Staatsgewalt und Protestbewegungen in Gorleben und Heiligendamm beobachtet. Die Regisseure der letztgenannten Filme sind bei der Tagung zu Gast.

Programm und Anmeldung online unter www.dokumentarfilminitiative.de

Die Dokumentarfilminitiative postet auf ihrer Facebook-Seite bereits im Vorfeld Texte, Trailer und Links zum Thema und lädt zur Debatte ein.

Fotos zur Tagung finden Sie in Druckqualität zum Download ebenfalls unter www.dokumentarfilminitiative.de

Die Tagung wird gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW und der Stadt Köln. Sie wird mitveranstaltet von der diskurswerkstatt bochum-dortmund und der Landeszentrale für politische Bildung NRW, in Kooperation mit der AG DOK.

Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW
Programm&Leitung: Petra L. Schmitz
Im Mediapark 7_50670 Köln
fon: 0221 170 66 508
mail: dfi(at)filmbuero-nw.de
www.dokumentarfilminitiative.de

Presse: Stefanie Görtz
fon: 0170-2037198
mail: goertz(at)dokumentarfilminitiative.de

Veranstaltungsankündigung

Kraftfelder

30.11 - 2.12.2017 in Köln

2017 will LaDOC unter dem Begriff
Kraftfelder über die Strahlkraft künstlerischer Impulse nachdenken. Dabei geht es sowohl um individuelle Positionen, als auch um konkrete Arbeitszusammenhänge, Projekte und Netzwerke.

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Ankündigung

Ein Jahrhundert Ophüls – Filmgeschichte von Max Ophüls bis Marcel Ophüls

Symposium vom 13. -17. November 2017 in der FH Dortmund und der KHM Köln

Max Ophüls und Marcel Ophüls - Vater und Sohn - zählen zu den großen international anerkannten Filmregisseuren des deutschen, französischen und amerikanischen Kinos im 20. Jahrhundert.

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Ankündigung

DOKFENSTER KÖLN 2017

12 x Dokumentarfilm für Kölner Schulklassen
Montag, 20. November bis Freitag, 24. November 2017
im Kino Filmpalette, Lübecker Straße 15, 50668 Köln (Haltestelle U- und S-Bahn Hansaring / U-Bahn Ebertplatz)

Programmflyer

Das DOKFENSTER KÖLN öffnet innerhalb des Kinderfilmfests CINEPÄNZ wieder ein Fenster mit dokumentarischen Filmen und lädt Kölner Schulklassen ins Kino ein.

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Neuerscheinung Band 20,
Texte zum Dokumentarfilm

Sichtbar machen.
Politiken des Dokumentarfilms

 

"Der Film zeigt nicht nur Bilder, er umgibt sie auch mit einer Welt." Gilles Deleuze zufolge zeigt sich das Verhältnis von Bild und Welt vielgestaltig. Dieser Heterogenität entsprechend lassen sich die dokumentarischen Formen des Sichtbarmachens deuten. Zum Kernbestand dokumentarischer Ästhetik wie dokumentarischer Politik gehört es, Aufmerksamkeit dorthin zu lenken, wo sie zuvor fehlte.

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Audio-Dokumentation

Das NRW-Filmerbe

Neben dem Abschlussbericht dokumentieren wir das dfi-Symposium zum NRW-Filmerbe mit Tonaufnahmen der Vorträge und Panels.

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