HAVARIE 03 k

Die Arbeiten von Philip Scheffner und Merle Kröger

"Agieren an den Knotenpunkten von Fiktion und Realität"

Herausgeberin Nicole Wolf zu Band 23 der dfi-Reihe Texte zum Dokumentarfilm


Alejandro Bachmann im Gespräch mit Nicole Wolf, Herausgeberin des bevorstehenden dfi-Sammelbandes zu den Arbeiten von Philip Scheffner und Merle Kröger.

 

Alejandro Bachmann: Das von Dir als Herausgeberin konzipierte Buch erscheint in der Reihe „Texte zum Dokumentarfilm“ als Band 23 und wird sich mit den künstlerischen Arbeiten von Philip Scheffner und Merle Kröger auseinandersetzen. Als ich das gehört habe, schien es mir in doppelter Weise schlüssig: Zum einen, weil ich über die Filme, die in der Regie von Philip Scheffner gezeichnet sind, immer auch zu den Büchern von Merle Kröger gekommen bin, die auf eine ganz eigene Weise in Bezug zu den Filmen stehen. Zum anderen stellte sich mir die Frage, wie genau da die künstlerische Zusammenarbeit zu denken wäre – weil es spannend ist, zu verstehen, wie das ganz konkret abläuft, aber auch, weil dem nachzugehen die Frage nach Autorenschaft aus den üblichen Bahnen verschiebt, oder zumindest das Potenzial darin steckt ...

Nicole Wolf: Die Einladung der Dokumentarfilminitiative, ein Buch zu den Arbeiten von Merle Kröger und Philip Scheffner herauszugeben, also dezidiert die literarischen und filmischen Werke in einem Buch zu besprechen, hat wirklich sehr viele Türen geöffnet und entspricht genau, wie Du sagst, der besonderen künstlerischen Zusammenarbeit von Merle Kröger und Philip Scheffner.

In diesem Sinne gibt es ein langes Arbeitsgespräch, welches auf ganz konkrete Methoden sowie ethische und politische Prinzipien der beiden eingeht. Ein Fokus ist hierbei die intensive und in vielen Fällen gemeinsame Recherche, die Merle Kröger als „spiralenförmig“ und „immer-wieder-neue-Fragen-stellend“ beschreibt, die eine Art Spurensuche historisch und multiperspektivisch „in die Tiefe oder Höhe treiben“ kann und die sich oft mit der strukturellen Gewalt eines Ortes beschäftigt, mit einer Gewalt, die nicht immer auf den ersten Blick erkennbar oder gar sichtbar ist. Gleichzeitig kennzeichnet ihre Recherche auch die auf eine grundsätzliche Egalität aufbauenden Relationen zu den Protagonist*innen. Im Gespräch geht es daher sehr viel um diverse Arten, kollektives Arbeiten zu denken und zu praktizieren. Die kritische Befragung der von Dir angesprochenen Autorenschaft ist ja schon von Anfang an einer der wichtigsten Aspekte des künstlerischen Arbeitens von Merle Kröger und Philip Scheffner. Merle Kröger spricht in diesem Zusammenhang von den kollektiven Arbeitskontexten der 1990er Jahre in Berlin als prägenden Denkschulen und gleichzeitig über das Kollektiv im Kopf, das durch all die Personen entsteht, die über den Prozess der Recherche dann im Prozess des Schreibens mitreden – auch wenn der Prozess des Schreibens der Romane auch der eines Körpers ist, ähnlich vielleicht bestimmten Phasen des Schnitts.

Aus diesen Aspekten der Recherche heraus ergeben sich aber auch künstlerische Prinzipien, die sich stark mit dem jeweiligen Medium auseinandersetzen. Philip Scheffner beschreibt klare Setzungen für die Kameraführung, wie genau Gespräche mit Protagonist*innen gefilmt werden oder was eben genau nicht vor der Kamera erscheint. Für mich war diese genaue Besprechung der Arbeitsweise sehr spannend, wie formale Entscheidungen aus der Recherche entstehen, vor allem auch im Kontext der Diskurse um das, was künstlerische Forschung leisten und eröffnen kann. Damit öffnet sich nicht nur die Frage der Autorenschaft, sondern die nach den Grenzen von künstlerischem, dokumentarischem, akademischem Arbeiten ganz generell. Das ist mir persönlich auch ein großes Anliegen.

Alejandro Bachmann: Das gemeinsame Gespräch mit Merle Kröger und Philip Scheffner bildet ja so etwas wie das Rückgrat der Publikation, taucht immer wieder im Buch auf und stellt so das Dialogische ins Zentrum, um das herum sich einzelne Texte ansiedeln. Wie weit zurück geht das Buch in der Suche nach dieser gemeinsamen Arbeit und wie bilden sich konkret jene „kollektiven Arbeitskontexte“ der 1990er Jahre ab?

Nicole Wolf: Das Arbeitsgespräch und seine Anordnung im Buch stellt das Dialogische und auch das Prozesshafte dar, die Betonung der nie abgeschlossenen Diskurse. Die Idee ist, dass ein Raum geschaffen wird, in dem die neu in Auftrag gegebenen Texte diverser Autor*innen ins Gespräch kommen können, untereinander, mit dem Arbeitsgespräch und mit einer kleinen Auswahl an älteren Texten aus der Zeit von Botschaft e.V. und dogfilm, beides kollektive Arbeitszusammenhänge, die für Merle Kröger und Philip Scheffner prägend waren. Für beide war aber gesetzt, dass sie nicht in Abwesenheit der anderen Kollektivmitglieder über die darin entstandenen Arbeiten reden werden.

Gleichzeitig ist der Kontext „Berlin der 90er Jahre“ – dessen Möglichkeitsräume und Herausforderungen, die künstlerische Praxis als Verortung und das Mitgestalten des Urbanen – ungemein ausschlaggebend für die Produktionsplattform pong, die die beiden 2001 gegründet haben. Geschichte und die multiplen Perspektiven von Geschichten haben einen ganz besonderen Stellenwert sowohl in ihren filmischen als auch in den literarischen Arbeiten, beide Formate gehen stark gegen ein Verständnis der Gegenwart an, welches von sich behauptet, dass etwas einfach plötzlich da ist: Die komplexen historischen Zusammenhänge und der Versuch, diese für die Gegenwart zu durchdenken, sind fundamental. Daher gibt es eine „Archivsektion“ im Buch, die auf die frühe Auseinandersetzung mit den Fragen um das Dokumentarische als politische Arbeitsweise und mit dem Fernsehen als Raum für neue Formate verweist. Hier wird sofort klar, dass die Diskussionen dieser Kollektive Vorreiter von Fragestellungen waren, die dann z.B. in den 2000ern unter dem Begriff des „Documentary Turn“ diskutiert wurden. Diese ausgewählten Archivtexte geben nur einen kleinen Ausschnitt der Fülle an Kunst- und (Stadt-)Politik-Produktionen der Berliner 90er Jahre wieder, sind also mehr Verweis als Überblick.

Alejandro Bachmann: Dieses Situieren der Gegenwart in einer politischen Vergangenheit einerseits und das dialogische, kollektive Arbeiten, die Mehrstimmigkeit andererseits scheinen mir auch sofort sehr bedeutsam in der Auseinandersetzung der beiden mit den Phänomenen einer postmigrantischen Gesellschaft. Diese ist ja immer die als gegeben gesetzte Gegenwart, die in den Filmen und Romanen der beiden verhandelt wird. Anwesend ist sie aber auch sehr deutlich in den Arbeiten, die sie mit pong produzieren, wie z.B. Amel Alzakouts und Kahel Abdulwaheds Purple Sea, der dieses Jahr im Forum Expanded der Berlinale zu sehen war.

Nicole Wolf: Die Untersuchung der historischen und zeitgenössischen Zustände struktureller Rassismen, deren systematische Ausformulierung in Grenzregimen Deutschlands und Europas und die dezidierte und dringliche Suche nach mediatisierten Sprachen, diese Regime zu unterlaufen und damit Raum für eine andere postmigrantische Gesellschaft zu schaffen, beginnt ganz klar schon in den Arbeiten der 90er Jahre im Arbeitskontext dogfilm, wie z.B. in Juristische Körper (1995, Heitmann/Scheffner) und dem für Arte/ZDF konzipierten Themenabend Kein Mensch ist Illegal (1998/99). Nanna Heidenreich thematisiert in ihrem Text Migration [als] medienübergreifendes Gesamtverfahren in diesen frühen Arbeiten und den folgenden sowie den aktuellen Filmen und Büchern der beiden. Sie fragt konkret danach, wo „das Projekt der Migration” dem Projekt „des Films, Videos, der künstlerischen Arbeit, des Buches” begegnet und was es heißt, „Migration medial zu denken”. Hierbei entwickelt sie eine „medienübergreifende“ Reflexion über die in Bild, Ton und Text ermöglichten Räume, die sich den gegebenen Strukturen, Zeitlichkeiten und Narrativen der Geschichts- und Geschichtenschreibung entziehen. Das fundamental Politische der Praxis, Geschichte und Geschichten permanent anders und aus diversen Blickwinkeln zu entwerfen, wird auch von Alisa Lebow und Başak Ertür in Bezug auf den Film Revision diskutiert, und zwar durch die Perspektive der kritischen Rechtslehre sowie anderen, verwandten Entwürfen des Verhältnisses von Recht und künstlerisch-dokumentarischem Arbeiten. Und Ela Gezen eröffnet eine detaillierte literaturwissenschaftliche Lesart des Romans Havarie durch Walter Benjamins Geschichtsphilosophie.

Purple Sea ist in seinem radikalen Entwurf einer anderen Medialität und Kommunikation sowie durch die Frage, wie die Komplexität der Gewalt des Materials, das ihm zu Grunde liegt, überhaupt und kollektiv behandelt werden kann, ungemein wichtig. Da Amel Alzakout und Khaled Abdulwahed die Regie zeichnen (und er auch erst 2020 erschienen ist), ist der Film nicht explizit im Buch diskutiert. Dennoch ist er implizit sehr präsent. Einerseits durch Merle Krögers Text Purple Sea, der aus einem frühen Dialog zwischen Alzakout und Kröger entstand, andererseits durch Reflexionen über die mehrjährige Zusammenarbeit innerhalb des Gesprächs (Philip Scheffner schnitt den Film und war mit Alex Gerbaulet und Merle Kröger an der Dramaturgie beteiligt). Im Kontext der aktuellen Diskussionen zu möglichen politischen Allianzen und Solidaritäten und der permanent notwendigen Arbeit daran liegt hier ein wichtiger Beitrag. Gleichzeitig gibt es die Verwandtschaft zu Havarie, als Film und als Buch. Auch hier ist eines der Anliegen, die Formate des Buches und des Films so zu verschieben oder neu zu justieren, dass eventuell ein anderes Sprechen und Denken mit und zwischen extrem unterschiedlichen Erfahrungshorizonten ermöglicht werden kann. Wo und wie trifft man sich, wenn man den Raum der strukturell politischen Gewalt zwar teilt, aber darin oft auf so gegensätzliche Positionen geworfen und diesen unterworfen wird, mit Privilegien ausgestattet oder derer komplett beraubt?

Alejandro Bachmann: Was nach und nach in Deinen Beschreibungen und Überlegungen deutlich wird, ist eine künstlerische Arbeit, die sich bestimmten Narrativen widersetzt: Narrativen der Kunst, des Kunstmarktes, in denen z.B. die Idee der Autorenschaft schwammig wird, politischen Narrativen, die die Basis legen, wie im Allgemeinen über Zugehörigkeiten oder Geschichte nachgedacht wird. In der Begegnung des Schreibens (eines Romans) und des Filmemachens (in direkter Auseinandersetzung mit realen Begebenheiten) steht ja dann vielleicht auch das Ineinander des Fiktionalen mit dem Dokumentarischen zur Debatte. Wie schätzt Du selbst das ein? Das Buch wird ja in einer Reihe erscheinen, die einerseits ganz klar dem Dokumentarfilm verschrieben ist, und erscheint andererseits in einer Zeit, in der man immer wieder hört, die Unterscheidung zwischen Fiktivem und Dokumentarischem sei hinfällig geworden – so sieht es z.B. Eva Sangiorgi, die Leiterin der gerade stattfindenden Viennale, die diese Unterscheidung auch in der Bezeichnung der Filme für das Publikum aufgelöst hat. Einerseits verstehe ich den Gedanken, gerade gestern habe ich The Works and Days (of Tayoko Shiojiri in the Shiotani Basin) (C.W. Winter & Anders Edström, 2020) gesehen, in dem man auch nach acht Stunden nicht sicher ist, wie der Film zu verorten wäre. Und andererseits scheint mir die Frage, wie genau er sich zur Realität verhält, wie er also – als fertiger Film, aber auch in den Arbeitsprozessen – an einer Realität arbeitet und sich zu ihr verhält, gerade deshalb umso wichtiger. Dieses Einebnen der Unterschiede ist mir also einerseits nachvollziehbar, umgeht aber in einer so klar gesetzten kuratorischen Entscheidung genau jene Diskussion, die geführt werden müsste.

Nicole Wolf: Deine Frage verweist darauf, wie fundamental wichtig es aktuell ist, sich mit dem Realitätsbegriff zu beschäftigen und wie hierbei das Spektrum Dokumentarisches und Fiktion neu justiert werden muss. Die empirische Recherche – also das Entwickeln von oft engen Beziehungen zu lebenden Personen, aber auch zu Dokumenten, zu Archivmaterial, zu Landschaften, zu Orten, zu nichtmenschlichen Lebewesen, zu Institutionen – ist die Basis der Arbeit von Philip Scheffner und Merle Kröger. Die Arbeit an diesen Relationen und die Veränderungen, die diese in allen Beteiligten hervorruft, einschließlich denjenigen, die sie initiieren, sind grundlegend für die Arbeit. Merle Kröger spricht im Arbeitsgespräch von einer notwendigen künstlerischen Freiheit, sich in diese intensive Recherche begeben zu können und durch diese Recherche Referenzpunkte zu schaffen, die das Schreiben begleiten und die eine Allmachtsphantasie unmöglich machen. Beide betonen, dass die gleichzeitige Arbeit an den Filmen und Büchern keine Einteilung in das Filmisch-Dokumentarische einerseits und das Fiktional-Literarische andererseits ist, auch wenn die Romane oft als eine Erweiterung der Realität in die Fiktion hinein beschrieben werden. Fiktion wird in den Filmen und den Büchern auf verschiedenen Ebenen verhandelt und ist gleichzeitig Methode, in Bild, Ton und Wort. Die Möglichkeiten von Fiktion zu erkennen, aber auch die Gewalt von Fiktionen, die Realitäten schaffen, ist aus meiner Sicht eines der gleichzeitig herausfordernden und großzügigen Geschenke der Arbeiten von Merle Kröger und Philip Scheffner.

Fiktion als Möglichkeitsraum ist in eigentlich allen Filmen schon angelegt. Die Soundscape von Havarie eröffnet Begegnungen und Verflechtungen von Migrationsgeschichten, die sonst aus vielen Realitäten herausgeschrieben sind. Halfmoon Files arbeitet mit dem Genre des Geisterfilms. Gleichzeitig wird schon in der dogfilm-Produktion Planet Alemania darauf verwiesen, dass das Vokabular einer Migrationspolitik, die von Illegalität spricht, fiktionales Leben schafft, und Der Tag des Spatzen bearbeitet die Fiktion der Unterscheidung von Krieg und Frieden und das Narrativ der Bundeswehr. Das ist jetzt sehr reduziert skizziert (und in den jeweiligen Texten von Silke Panse und Lauren Collee zu Der Tag des Spatzen sehr viel eleganter thematisiert, über die kritische Reflexion der politischen Ökologie im ersteren und über Militarismus und dessen audio-visuellen Apparat im zweiten), aber ich hoffe, dass durch das konkrete Arbeitsgespräch und durch die evozierten Dialoge zwischen den Beiträgen eine Ebene entsteht, die die Angebote der Filme und Bücher zur Frage „Welche politischen Filme und welche politischen Romane brauchen wir heute?“ unterstützen kann. Das ist, wie Du sagst, in der aktuellen prekären Situation, in der wir uns befinden, wichtiger denn je. Auch deswegen dürfen wir uns auf die neu erscheinenden Arbeiten der beiden so freuen: ein Film, der wohl eher als Fiktion verhandelt werden wird und mit Laienschauspielern, die sich selbst spielen, gedreht ist und ein Buch, in dem Dokumente Akteure sind.

Alejandro Bachmann: Was Du da im Verhältnis von Dokumentarischem und Fiktionalem beschreibst – die Möglichkeiten und die Gewalt von Fiktionen, die Realitäten schaffen – führt uns auch zurück zu dem ersten Punkt, der Frage nach Autorenschaft. In einem Gespräch, das ich mit André Siegers vor ein paar Jahren mit Philip Scheffner geführt habe, sagte er, für ihn selbst sei Philip Scheffner in seinen eigenen Filmen eine Kunstfigur, deren konkretes Agieren im Film sich aber an den Realitäten der Begegnung (mit Menschen, Dokumenten, Situationen) konstituiert. Das von Dir Beschriebene verstärkt dieses Bild – Scheffner und Kröger, die an Knotenpunkten von Fiktion und Realität agieren – in verschiedensten Formen, dem Roman, dem Film, dem Fernsehen, der Tonarbeit, um dieses Ineinander überhaupt sichtbar zu machen. An diesen Knotenpunkten aber, so hast Du es ja auch beschrieben, treffen sich nicht nur sprechende Subjekte, sondern auch Dokumente, Landschaften, Objekte etc. Welche Möglichkeiten siehst Du, dieses Hörbarwerden auch nicht sprechender, schreibender, Bilder-machender Akteure im Buch abzubilden, ganz konkret aber auch in den Texten selbst?

Nicole Wolf: Genau, es gibt die Kunstfigur und Stimme Philip Scheffner, es gibt Mattie Junghans in einigen Romanen (im Buch eingängig von Else Laudan, der Verlegerin und feministischen Mitstreiterin von Merle Kröger besprochen), es gibt Schellackplatten, ein Maisfeld, Songtexte, Vögel, Archivschränke, Tagebücher und Plätze, die auf den ersten Blick nichts bezeugen, die aber alle in ihrer ihnen eigenen Materialität und Textualität gleichberechtigte, wenn auch ganz unterschiedlich agierende Agenten sind. Ich glaube, dieser Ernsthaftigkeit, die eine immer von Anfang bis Ende ausdauernde Haltung des Impliziert-Seins beinhaltet und damit ganz diverse Affekte produziert, Formate, die in Film und Buch sehr konzeptuell, aber nicht distanziert sind, diesem Zugang folgen viele der Autor*innen. So geht Julia Tieke z.B. mit den frühen Soundarbeiten von Philip Scheffner spazieren und Nida Ghouse durchdenkt genau die einzelnen Schritte, die zur Entstehung der Ausstellung The Making of…Ghosts geführt haben, was wiederum auf eine weitere Zusammenarbeit, hier mit der Wissenschaftlerin Britta Lange, verweist.

Gleichzeitig lässt sich das, was audiovisuell entwickelt wird, nicht zweidimensional abbilden und die vielen Türen, die literarisch geöffnet werden, können vielleicht in ihrer Komplexität nicht gleichermaßen weitergeführt werden. Es war aber ein Anliegen, ein Miteinander des akademischen, essayistischen, persönlichen Wortes zu gestalten. Und im Laufe des Prozesses war es eine grundlegende Entscheidung, gerade nicht die Arbeiten der beiden zu dokumentieren. Das Bild taucht daher als Gesprächspartner auf – Recherchefotos, Orte, Objekte sind Ausgangspunkte für das Arbeitsgespräch.

Band 23 der Buchreihe "Texte zum Dokumentarfilm" wird von der Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW herausgegeben und erscheint im Verlag Vorwerk 8. Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stiftung Kulturwerk der VG Bild-Kunst.