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DOKFENSTER 2023

Dokumentarfilme für Schulklassen
20.-24. März 2023 vormittags im Filmhaus Kino Köln

An fünf Vormittagen öffnet sich das DOKFENSTER im Filmhaus Köln: Filmemacher*innen präsentieren den Schüler*innen kurze Dokumentarfilme und tauschen sich mit Ihnen aus über Entstehung und Machart der Filme.

Die Dokumentarfilme erlauben uns einen Einblick in nahe und ferne Lebenswelten. Außerdem sprechen wir über die Sprache und Form der Filme. In der Darstellung von Wirklichkeit wird die Handschrift der Filmemacher*innen deutlich: wie bearbeiten sie die realen Geschichten, was zeigen sie, was lassen sie weg? Das sind einige Leitfragen für die gemeinsamen Gespräche mit den Schüler*innen im Kino.

Das Programm ist für alle Altersstufen ab der 1. Klasse geeignet.

Dieses Jahr eröffnen wir mit Ji Su Kang-Gattos Film „Vlog #8998“, in dem die Filmemacherin sich mit Themen wie Familie, Körper und Diskriminierungserfahrungen auseinandersetzt. „Vlog #8998“ zitiert die Formensprache sozialer Medien und ist für alle ab der 9. Klasse spannend.

Am Dienstag sehen wir mit Angelika Herta ihren Film „Wir Tiere“ und erkunden in diesem und den Filmen „Ramboy“ und „Immer weiter“ das (Miss-)Verhältnis von Mensch, Tier und Natur in Zeiten von Massentierhaltung und Klimakrise. Das Programm richtet sich an alle ab der 8. Klasse.

Am dritten Tag zeigt Kevin Biele seinen Film „Bis Morgen“. Mit den Freunden Nick und Michi sind wir zwischen Rhein und Fühlinger See unterwegs. Danach sind wir mit einer Gruppe von Kindern in einem Dorf der Guarani in Brasilien zu Gast („Auf der Suche nach dem Land ohne Böses“). Für alle Schüler*innen bis zur 5. Klasse ein Programm, das Lust auf den Sommer macht.

Am Donnerstag zeigt Ariane Kessisoglou für die 4.-7. Klassen ihren Film „Perla aus Island“. Auch in diesem Programm ist das Verhältnis von Mensch und Natur ein roter Faden, der uns von Island bis auf eine Mülldeponie in Ghana („Kofi und Lartey“) führt, und schließlich zurück nach Köln („He un Jetz“).

Am Freitag nimmt uns Roman Bondarchuk in „Dixie Land“ mit in das Cherson von 2016 und zu einer Gruppe ukrainischer Kinder und Jugendlicher, die leidenschaftlich Jazzmusik spielen. Der Film ist Teil der Reihe „Still Home“, die von ukrainischen Filmschaffenden kuratiert und vom Netzwerk Filmkultur NRW organisiert wird.

Hier geht es zur Anmeldung für das DOKFENSTER 2023.

Für weitere Infos und Rückfragen sind wir gerne für Sie da.
Für alle, die nicht zur DOKFENSTER-Woche nach Köln ins Kino kommen können, bieten wir Filme und Gespräche aus dem Programm auch online an. Infos dazu folgen auf dieser Seite und in unserem Newsletter.

Lehrer*innenbeirat: Julia Ritz, Philippa Otto

Veranstaltungsort: Filmhaus Kino Köln, Maybachstraße 111, 50670 Köln

Der Kino-Eintritt beträgt 3€ / Person

Kontakt:
dfi – Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW e.V., Maybachstraße 111, 50670 Köln
Gudrun Parzich Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
T: 0221-170 66 508

PROGRAMM 1

Montag, 20. März 2023, 9 - 10.30 Uhr und 11 - 12.30 Uhr
9.-13. Klasse – Präsentiert von Ji Su Kang-Gatto

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Vlog #8998 | Korean Karottenkuchen & Our Makeup Routine

Regie: Ji Su Kang-Gatto. Deutschland 2022. 46 Min. Koreanisch und Deutsch mit dt. UT
Ji Su Kang Gatto wuchs in Deutschland auf, ihre jüngere Schwester später in Südkorea. Gemeinsam kehren sie zurück in die niedersächsische Kleinstadt ihrer Kindheit. Im deutschen Pass wird aus dem koreanischen Namen Ji Su, in der Schule ist sie Su. Und heute? Wie ist es, als asiatisch gelesene Person während der Coronapandemie durch die Fußgängerzone einer deutschen Kleinstadt zu spazieren? "Vlog #8998" nutzt die Formsprache sozialer Medien für einen autobiographischen Blick auf Familie, Diskriminierungserfahrungen und Identität.
Festivals: IFFF, Duisburger Filmwoche/doxs

Die Filmemacherin Ji Su Kang-Gatto führt das Gespräch mit den Schüler*innen

Ji Su Kang-Gatto studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und an der Kunsthochschule für Medien Köln. "Vlog #8998 I Korean Karottenkuchen & Our Makeup Routine" ist ihr Abschlussfilm. Ihre Arbeiten werden in zahlreichen Ausstellungshäusern und auf Filmfestivals gezeigt, u.a. dem Sao Paulo International Short Film Festival und der Stiftung IMAI im NRW-Forum Düsseldorf. Sie gewann beim Aviff Cannes Art Film Festival 2021 für „Identities and Recipes“ den dritten Preis.

PROGRAMM 2

Dienstag, 21. März, 9 - 10.40 Uhr und 11 - 12.40 Uhr
8.-13. Klasse – Präsentiert von Angelika Herta

Wir TiereJacobsonHerta1

Wir Tiere

Regie: Angelika Herta. Deutschland 2022. 13 Min. Deutsche Originalfassung
Fliegen summen um die Kühe. In der Mittagshitze mitten unter den Tieren und mit ihnen am Wassertrog kniet Rosina. Sie möchte das bestmögliche Mitglied ihrer Herde sein. Auch Julie, wie Rosina Anfang zwanzig, liebt ihre (Nutz-)Tiere, die sie aus konventioneller Tierhaltung gerettet hat. Für beide ist die Verbindung zu den Tieren Kern ihres Lebensglücks und ihrer Zukunftsträume. Beide teilen diesen Lebensentwurf als Influencerinnen in den Sozialen Medien. „Ich bin ja nicht nur ich. Sondern ich bin auch die Tiere. Das ist quasi eins.“

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Ramboy

Regie: Matthias Joulaud, Lucien Roux. Schweiz 2022. 30 Min. Englisch mit dt. UT
Cian ist sechzehn und hilft seinem Großvater auf der Schafsfarm im kargen Westen Irlands. Daneben bleibt manchmal Zeit für Fußball. Meist ist Cian auf der Farm unterwegs und lernt von seinem Großvater alles was ein Schäfer können muss. Denn auf der Schafsfarm möchte er bleiben und nicht zum Arbeiten in die Stadt umziehen. Ein Film über das Erwachsenwerden und die Verbindung zwischen den Generationen.
Festivals: IDFA, DOK Leipzig, Solothurn, Vision du Réel

Immer weiterSpannagel Muehlfahrt k

Immer weiter.

Regie: Enya Mülfarth / Leo Spannagel. Deutschland 2022. 14:54 Min. Deutsche Originalfassung
Clara ist neunzehn und Sprecherin von Fridays for Future. In ihrer Arbeit muss sie immer wieder neu mit der Frustration und Ohnmacht umgehen, die Klimakrise und Aktivismus mit sich bringen. Nach einem Besuch in Lützerath ist das besonders deutlich. Gerade deshalb ist ihr wichtig, sich dem Klimawandel „emotional (zu) stellen und nicht aus dem Weg zu gehen und wegzurennen. Deshalb heißt es für uns einfach immer weiter, immer weiter.“
Festivals: Kuki

Die Filmemacherin Angelika Herta führt das Gespräch mit den Schüler*innen

Angelika Herta wurde in Österreich geboren, machte ihr Abitur in Istanbul und studierte Vergleichende Literaturwissenschaft in Wien / La Réunion / Toulouse. Danach arbeitete sie an der Universität Bukarest und studierte an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Sie ist Mitglied des Dokomotive Kollektivs, einer Plattform für den künstlerischen Dokumentarfilm und erhielt 2021 den Nachwuchspreis Shoot. „Wie Tiere“ entstand als Teil der Reihe HUMAN/NATURE an der Filmwerkstatt Münster.

PROGRAMM 3

Mittwoch, 22. März, 9 - 10 Uhr und 11 - 12 Uhr
1.-5. Klasse - Präsentiert von Kevin Biele

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Bis Morgen

Regie: Kevin Biele. Deutschland 2021, 20 Min. Deutsche Originalfassung
Sommer in Köln. Nick und Michi streifen durch ihr Viertel am Rhein. Die Hasen im Park „verstehen was von Gemütlichkeit“ meint Michi. Zwischen Eisdiele und Fühlinger See scheint die Zeit unendlich. Doch bald ändert sich alles. Denn Michi zieht nach London.
Festivals: doxs, Stranger than Fiction

Auf der Suche nach dem Land ohne Böses

Regie: Anna Azevedo. Brasilien 2017. 15 Minuten. Portugiesisch, deutsch eingesprochen
Kinder in einem kleinen Dorf in Brasilien: Fußballspielen, schaukeln, zocken, und abends am Feuer erzählt ein Erwachsener eine Geschichte aus der Mythologie der indigenen Gemeinschaft der Guarani.
Festivals: Mo&Friese

Der Filmemacher Kevin Biele führt das Gespräch mit den Schüler*innen

Kevin Biele studierte Intermedia mit dem Schwerpunkt Medienkunst an der Universität zu Köln und studiert aktuell Spiel- und Dokumentarfilmregie an der ifs internationale filmschule Köln. Er arbeitet als Regisseur, Autor und Fotograf. Sein Kurzfilm "Mona & Parviz" wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Silver Lynx Award beim FEST New Directors | New Films Festival und wurde von"Short of the Week" ausgewählt.

PROGRAMM 4

Donnerstag, 23. März, 9 – 10.10 Uhr und 11 – 12.10 Uhr
4.-7. Klasse – Präsentiert von Ariane Kessissoglou

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Perla aus Island

Regie: Ariane Kessissoglou. Deutschland/Island 2017. 8 Min. Isländisch mit deutscher Einsprache.
Perla ist zwölf und lebt mit ihrer Familie in Island. Sie erzählt von ihrem Leben zwischen Meer und Vulkanen. Die Vulkane sind nah und durch ihre Asche und giftigen Gase bedrohlich. Doch gleichzeitig versorgen sie die Häuser mit Wärme. Der Film entstand in der Reihe 199 Kleine Held*innen.

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Kofi and Lartey

Regie: Sasha Rainbow. England 2019. 19:06 Min. Originalsprache Twi, Englisch mit deutscher Live-Einsprache
Die Freunde Kofi und Lartey leben in Agbogbloshie, in der Nähe von Accra in Ghana. Zur Schule gehen sie nicht. Sie sammeln Edelmetalle. Denn ihre Heimat Agbogbloshie ist eine riesige Deponie auf der ausgediente Computer und Elektrogeräte aus Europa landen. Abdallah gibt den Jungen eine Kamera in die Hand und möchte ihnen helfen von der Deponie weg und wieder zur Schule zu gehen.
Preise: Sunday Short Film Festival 2019. Docs Without Borders, London Short Film Festival.

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He un Jetz

Regie: Elke Brugger. D 2015. 4,16 Min. Originalsprache Kölsch.
Musikvideo mit Cat Ballou, dem Hauptschulchor Großer Griechenmarkt und den Kindern der Garten AG der Gesamtschule Holweide. Das Video entstand im Rahmen des Schulprojekts “Gärtnern mit Pänz”.

Die Filmemacherin Ariane Kessissoglou führt das Gespräch mit den Schüler*innen

Ariane Kessissoglou absolvierte das Filmstudium an der Kunsthochschule für Medien Köln mit Aufenthalt an der EICTV-Filmschule in Kuba und der Ecole supérieure des Beaux-Arts Genève. Als Autorin und Regisseurin realisierte sie Radiofeatures für verschiedene Sender. Für die "Sendung mit dem Elefanten" (WDR) produzierte sie dokumentarische Kinderportraits. Sie gründete ROCKET FOR KIDS im Rahmen des Gründerzentrums NRW.

PROGRAMM 5

Freitag, 24. März, 9 – 10.40 Uhr und 11 – 12.40 Uhr
7.-13. Klasse

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Dixie Land

Regie: Roman Bondarchuk. Ukraine 2016. 61 Min. Ukrainisch mit deutschen UT.
Im südukrainischen Cherson spielt eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen lebensfrohe Jazzmusik, angeleitet von ihrem Lehrer Semyon Nikolayevich Rivkin. Die Wellen des Schwarzen Meeres klatschen ans Pier und die Blasinstrumente glitzern in der Sonne. Polina, Roman, Nikita und die anderen sind leidenschaftliche Musiker*innen und haben große Träume. Doch Nikolayevich stirbt und die Veränderung ist unaufhaltsam.

Roman Bondarchuk stammt aus Cherson und ist Filmemacher und künstlerischer Leiter des Docudays UA Festivals. Er wurde bekannt als Regisseur der Filme "Euromaidan", "Ukrainian Sheriffs" und "Volcano". "Dixie Land" hat er 2015 nach Beginn des Krieges gedreht. 2022 nach der Okkupation von Cherson durch Russland hat er mit seiner Familie seine Heimat verlassen.
Ein Screening im Rahmen der vom Netzwerk Filmkultur NRW kuratierten Filmreihe "Still home".

Veranstaltet von der dfi – Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Kulturamt der Stadt Köln. In Kooperation mit dem Netzwerk Filmkultur NRW.

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